News vom 06.06.2009 00:00
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06.06.2009 00:00

Fazination: Barack Obama

Er ist Politiker, er ist Staatslenker, er ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und ... er ist heute zu Lebzeiten schon ein Mythos in den Augen vieler Menschen!
Woher kommt die Begeisterung für jemanden, der doch genau das tut, was in der Regel mit kritischer Distanz, Hohn, Frust und Spötteleien bedacht wird. Was macht ihn zum "Star", zur Person, mit der man gerne auf "Du und Du" wäre, dessen Worte wohltuend durch das Gehör streichen, die vermitteln "Ich weiß was und wohin ich will und da möchte ich am liebsten gemeinsam mit Euch hin!".
Ist es vielleicht das Lächeln am Ende jeder Rede, bei dem irgendwie das Gefühl aufkommt: Hey, dem scheint das Spass zu machen, was er da gerade tut und weh tun will er uns auch nicht? Oder sind es seine Bewegungen, der schlacksig-sportliche Gang, der Fitness und Energie ausdrückt, gepaart mit dem immerwährenden Lächeln, das Selbstvertrauen ausdrückt und super ehrlich rüberkommt?

Barack Obama ist zweifelsfrei jemand, den man sich als Freund vorstellen kann. Er sagt was er denkt, formuliert es klar und doch so, dass sich niemand angegriffen fühlen muss. Er macht den Eindruck des "Normalos", den, wenn er in der Nachbarschaft wohnen würde, man durchaus um seinen Rasenmäher bittet, wenn der Eigene defekt ist.

Er wirkt vollkommen authentisch!

Keine Frage, auch ein Barack Obama wird einen Stab um sich haben, der genauestens darauf achtet, wie er sich in der Öffentlichkeit darzustellen hat. Medienwirksamkeit ist heute ein existenzieller Bestandteil einer erfolgreichen Politkarriere, insbesondere in Positionen der obersten Kategorie. Doch es scheint, dass er gar nicht so viel trainieren muss, um diesen angenehm, perfekten Eindruck zu erzielen.
Sein gesamter Auftritt ist einfach zu glaubwürdig, um dahinter eine Farce zu vermuten. Kein widerwillig angelerntes Erscheinungsbild um Menschen zu beeindrucken, sondern echte Freude daran, Dinge zu bewegen.

Vor kurzem hörten wir im Freundeskreis die kritischen Worte: "Der wird ja verehrt wie der Messias, wie der Heilsbringer auf Erden." Verfolgt man die Berichterstattungen in den Medien, kann diese Bemerkung durchaus nachvollzogen werden.
Andererseits: Was wäre denn problematisch daran, wenn es wirklich einen modernen Heilsbringer gäbe, wenn jemand es schafft - es als seine Mission ansieht - die Welt ein Stück näher zusammen zu bringen und historische Differenzen langsam zu zerstreuen?
Dieser Messias wäre doch herzlich willkommen, oder?

Barack Obama öffnet seine Hände, ohne etwas verschenken zu wollen außer Freundschaft. Er redet klar ohne mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Er polemisiert nicht, sondern bietet Ziele an. Er hat ein modernes Weltbild im Kopf und seinem Land und der Welt bringt er es Stück für Stück näher.


Möglicherweise sind all diese Punkte der Grund dafür, dass wir uns von ihm angezogen fühlen.
Vor allem aber auch deshalb, weil er seit langem der "Erste seiner Art" ist. Oder gibt es derzeit vergleichbare Persönlichkeiten in der Politik?
In Deutschland? Nein, weit gefehlt!

Unsere Politiker ziehen sich bei jeder Gelegenheit in Sachdiskussionen zurück, machen meist den Eindruck der völligen Emotionsabstinenz. Wenn doch mal Emotionen zu Tage treten, dann mit permanentem Fingerzeig, aggressivem Vorwurfston und unflätigen Beleidigungen.
Visionen? Fehlanzeige!
Begeisterung? Von was denn?!
Ehrliches Lächeln und Strahlen? Allenfalls wenn Angela Merkel auf der Ehrentribüne bei einem Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft sitzt.

Nein, in Deutschland gibt es derzeit keinen Politiker, der auch nur annähernd das Charisma eines Barack Obamas hätte.
Angela Merkel wirkt müde und verkniffen, Frank Walter Steinmeier und Peer Steinbrück sind die strengen Papas mit dem erhobenen Zeigefinger, Guido Westerwelle schäumt machmal über in seiner höchst aggressiven Art, bei den Grünen gibt es eigentlich keinen Namen, der hängen bleibt und Oskar Lafontaine, der ewige, professionelle Nörgler grenzt irgendwie am Erscheinungsbild des HB-Männchens aus der damaligen Zigarettenwerbung frei nach dem Motto: "Wer wird denn gleich in die Luft gehen?".

Selbstverständlich sagen unsere Politiker an dieser Stelle: "Wir funktionieren nun mal anders in Deutschland, wir brauchen keine Führungspersönlichkeiten in der Politik, die mit Charisma gesegnet sind, um unsere Aufgaben zu bewältigen."
Nun, um Sachaufgaben zu bewältigen ist persönliche Ausstrahlung tatsächlich nicht notwendig, eher Kompetenz und Intelligenz.

Warum aber lassen sich die Menschen weltweit und insbesondere hier in Deutschland von einem Barack Obama so begeistern?
Reden wir hier nicht von Veränderungen, Opfern, Offenheit, Toleranz, Verzicht, klarer Sprache, Sympathie, gemeinsamer Weg und eine bessere, friedliche Welt?
Wie soll denn mit grimmiger, ach so sachverständiger und steinerner Miene Begeisterung für diese Themen geweckt werden? Themen, die uns in Deutschland genauso betreffen wie anderswo!
Fakt ist, wir funktionieren genauso wie alle anderen Menschen auf diesem Planeten. Wir hätten auch in Deutschland gerne jemand an der politischen Spitze, der uns glaubhaft und ehrlich die Themen der Zeit verkaufen könnte.
Der Verständnis für unseren Alltag hat, unsere Bedürfnisse erkennt und uns glaubhaft rüberbringt, warum wir genau diese Bedürfnisse einschränken sollen.
Der aber auch Visionen aufzeigt und einen Weg sie zu erreichen.


Drücken wir Barack Obama die Daumen, dass er fit und gesund bleibt, um seine bisher formulierte Ziele zu erreichen. Wir werden ihm dabei über die Schulter schauen und hoffen, dass er den Eindruck, den er bis heute auf uns macht über seine Amtszeit konservieren kann.
Und drücken wir uns die Daumen, dass es auch irgendwann einen deutschen Barack Obama gibt!


Euer SWB Team
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