News vom 10.02.2009 00:00
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10.02.2009 00:00

Liebe: Mythos Valentinstag

Jedes Jahr zur selben Zeit (am 14. Februar) wird der Tag der Liebenden gefeiert. Über den Ursprung des Valentinstages ranken sich nach wie vor Gerüchte und Spekulationen. Eines jedoch ist ziemlich sicher: Eine Erfindung der Blumenverkäufer scheidet wohl aus, obwohl die Floristenbranche ohne den Valentinstag ein umsatzstarkes Event weniger pro Jahr hätte.

Gemeinhin gilt der Valentinstag insbesondere in christlichen Ländern als Tag der Liebenden.

Natürlich nutzt der Blumenhandel diese Tradition als Werbebotschaft, die Popularität des Valentinstags hat in den letzten Jahren wieder stark zugenommen. In Zeiten wo es als wichtig erscheint Gefühle auszudrücken, dem scheinbar widrigen Alltagsgeschehen durch die Festigung der Beziehung die Stirn zu bieten, kommt dieser Tag gerade recht. Insbesondere dort wo "Mann" so seine kommunikativen Täler durchschreitet, bietet sich ein solcher Liebestag förmlich an, mit einer Aufmerksamkeit an die Partnerin seine Position zu "IHR" klarzumachen.

Die am weitetsten verbreitete Theorie über die Herkunft des Valentinstags geht zurück in das dritte Jahrhundert nach Christus.
Zu dieser Zeit lebte in der Stadt Terni ein Bischof - Bischof Valentin von Terni. Nach der Überlieferung hatte er Verliebte christlich getraut, darunter auch Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl Roms unverheiratet bleiben mussten. Den frisch verheirateten Paaren schenkte er Blumen aus seinem Garten, bekannte dabei viele zum Christentum. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, sollen unter einem ganz besonders guten Stern gestanden haben. Bischof Valentin von Terni soll sich außerdem mit Rat und Tat für die Liebenden eingesetzt haben, indem er mit den Angehörigen sprach, wenn sie der Verbindung nicht zustimmen wollten.
Sein eigentliches Wirken galt jedoch der Krankenheilung, zu der er extra nach Rom berufen wurde. Die Tatsache, dass er nach besten Kräften seinen Glauben vertrat und dabei viele Menschen vom Christentum überzeugen konnte, wurde ihm zum Verhängnis.

Das römische Reich hatte seinerzeit für den christlichen Glauben nicht viel übrig und da es ohnehin an seinen Grenzen zu wackeln begann büßte der Bischof seine Überzeugung mit dem Leben. Er wurde am 14. Februar 269 wegen seines Glaubens hingerichtet, was ihn zu einem Märtyrer machte.
Die Trauung der Liebespaare durch den Bischof hatte vermutlich noch einen ganz handfesten Hintergrund. Im eher heidnisch geprägten Umfeld gab es die so genannten Lostage, denen zukunftsbestimmende Bedeutung im Guten wie im Schlechten zugeschrieben wurde. Zufälle spielten dabei ein grosse Rolle, zum Beispiel der erste Bursche, den ein Mädchen am Morgen erblickt, als Zeichen für spätere, glückliche Verbindung. Manche Paare wurden auch durch beschriebene Zettelchen ausgelost.
Wer nun diesem Lostag entgehen wollte, weil die Würfel der Liebe schon gefallen waren, ließ sich eben von Bischof Valentin trauen.

Das der Valentinstag mit kleinen Geschenken, mit Herzen verzierte Kärtchen oder Blumen für die Liebste/den Liebsten bedacht wird, ist eher modern, denn traditionell aus dem angelsächsischen Raum überliefert. Heute geht es mit vorgefertigten Liebesgrüßen und MMS Valentinstagsgrüssen noch leichter, ganz spontan den Partner zu überraschen, elektronische Grußkarten und E-Geschenke in herzförmigen Verpackungen lassen sich leicht vom heimischen PC bestellen und versenden.

In Europa haben sich mittlerweile ganz eigene Traditionen zum Valentinstag herausgebildet. In Italien treffen sich beispielsweise Liebespaare an Brücken oder Gewässern an denen Halterungen angebracht sind, an denen man z. B. ein Fahrrad anschließen kann. Dort wird zweckentfremdet ein Vorhängeschloss angebracht, auf das die Liebenden ihre Initialen schreiben, manchmal mit Datum, bei großen Schlössern sogar mit aufgeklebte Fotos des Liebespaares.
Das Schloss wird verriegelt, dann werfen die Beiden jeder einen Schlüssel ins Wasser und wünschen sich dabei etwas. Die Wünsche bleiben zwar geheim, doch ist ziemlich sicher, dass sich die Meisten wünschen, die ewige Liebe gefunden zu haben. So entstehen riesige Klumpen aus Fahrradschlössern. In Deutschland spielt der Valentinstag erst seit den fünfziger Jahren eine grössere Rolle, ausgelöst durch die fortschreitende Amerikanisierung.

Eine andere Theorie über den Valentinstag sagt beispielsweise aus, dass erst das 14. Jahrhundert in Frankreich das Fest der Liebenden bezeugt. Grundlage war diesmal kein religiöser Hintergrund, sondern der aufkommende mittelalterlichen Minnesang, der sich sehr stark mit dem Thema "Liebe" auseinandersetzte. Einige meinen, dass genau dieser Umstand dem im heutigen Sinne begangenen Valentinstag eher gerecht würde, als nur Blumen zu schenken, denn die "gedenkende Liebe" können Worte, Taten und Geschenke bezeugen. Dies würde der Art, wie der Valentinstag heute zelebriert wird eher entsprechen, denn längst sind die Blumen des Bischofs Valentin von Terni um kleinere und größere nicht florale Geschenke erweitert worden.

In England und Frankreich herrscht der verbreitete konventionelle Glaube, dass der Beginn der Paarungszeit der Vögel genau am 14. Februar, in der Mitte des zweiten Monats im Jahr fällt, was auch die aufkommenden Frühlingsgefühle erklären würde. Ebenso verbreitet ist das Fest für die römische Göttin Juno, Schützerin von Ehe und Familie. Die Göttin sorgte als Ratgeberin der Frauen für die richtige Partnerwahl. Ihr zu Ehren wurden am 14. Februar Blumenopfer erbracht, was die Blumen als Aufmerksamkeit erklären könnte.
Zeitweise tauchten sogar mehrere "heilige" Valentins auf, jeder mit einer eigenen Historie und religiösem Wirken.

Doch unabhängig einer jeglichen Vergangenheit bietet der Valentinstag eine gute Möglichkeit für Paare und liebende Menschen, der Bedeutung des Wortes Liebe regelmässig Nachdruck zu verleihen. Gegen Aufmerksamkeiten hat normalerweise niemand etwas, geben Sie doch das Gefühl, im Bewußtsein eines anderen Menschen zu existieren. Diejenigen, die derzeit noch auf der Suche nach derjenigen Person sind, mit der sie den nächsten Valentinstag verbringen möchten, könnten doch einem nahen Angehörigen oder einem guten Freund eine Freude machen. Das erweckt bestimmt nicht den falschen Eindruck und bringt ein gutes Gefühl: Die schönste Freude ist die Freude des Anderen und warum nicht am Valentinstag?!


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