News vom 27.02.2008 00:00
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27.02.2008 00:00

Vorsicht bei Handel über Internet (Online) Auktion

Internet (Online) Auktionshäuser sind absolut HIP wenn es darum geht, den privaten Haushalt von überflüssigen Utensilien zu befreien und dabei ggf. noch den einen oder anderen Euro mitzunehmen. Denn was der Eine nicht mehr gebrauchen kann ist für den Anderen möglicherweise das gesuchte Etwas.
Früher wurden Second Hand Zeitschriften genutzt, worin mittels einer meist sehr günstigen oder sogar kostenlosen Anzeige regional um Kaufinteressenten geworben wurde.
Der Nachteil: Wenn der genannte Preis ausserhalb der Realität lag verpuffte die Mühe der Schaltung meist ohne Resonanz und der Prozess des Verkaufens zog sich durch unzählige Wiederholungen in die Länge. Nichts für Leute ohne Geduld und mit wenig Zeit.

Heute kann der Verkaufs-Willige einfach einen Account bei einem Online-Autktionshaus anlegen und nach Herzenslust ALLES was er für veräusserungsfähig hält in die Auktion einstellen. Bezüglich der Produkte, die in den Auktionshäusern angeboten werden dürfen, gibt es tatsächlich nur wenig Grenzen. So wurden schon halb gegessene Pizzen feil geboten, zerbrochene Schallplatten, gebrauchte Kaffeepads und kahle Weihnachtsbäume.
Der Vorteil: Beim Preis hat der Verkäufer die Alternative entweder bei 0 zu starten und alles Weitere den Bietern zu überlassen oder einem Minimum-Betrag festzulegen unter dem er nicht verkaufen will und so einen sicheren Rückhalt hat. Flexibilität steht also ganz oben!

Vorteile, die mittlerweile viele Menschen überzeugt haben und daneben kommt ja noch ein nicht unbeträchtlicher Unterhaltungswert dazu. Alles in Allem eine tolle Sache für Bieter und Anbieter, wenn da nicht ...

... auf eine sehr fragwürdige Art und Weise unvorhergesehene Kosten entstehen mit denen so mancher ANBIETER nicht rechnet! Hintergrund: Am 25.02.08 lief um 22.00 Uhr im WDR eine Sendung mit dem Untertitel "die Abmahner".
Berichtet wurde über Personen/Unternehmer, die auf Grund von "Wettbewerbsverstössen" von Rechtsanwälten abgemahnt wurden und damit teilweise sehr hohe Rechtsanwalts- und Gerichtskosten zu bezahlen hatten. Bemerkenswert an diesem Bericht war, dass eben nicht nur Gewerbetreibende von diesen Abmahnungen betroffen waren, sondern auch Privatleute, die ihren Second Hand Bestand lichten wollten.

Da Einige von Euch sicher schon mit dem Medium "Online-Auktion" in Berührung gekommen sind und möglicherweise unregelmässig oder regelmässig Auktionen anstossen, kann das für Euch ein aktuelles Thema sein!

Den Bericht findet Ihr hier: wdr.de

Uns hat am meisten überrascht, dass unsere Gerichte offensichtlich keinen Unterschied machen zwischen einem typischen Unternehmer, der auf Gewinn abzielend Produkte herstellt oder ein- und verkauft und einer Privatperson, die den privaten Kleiderbestand einer 6-köpfigen Familie über eine Online-Auktion vertickert und somit die ohnehin meist schmale Familienkasse aufbessert.

Der Umstand, dass "nachhaltig" immer wieder Produkte angeboten werden entscheidet bei Justizia, ob eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt oder nicht, egal ob man sich selbst als Privatperson versteht. Mit dieser Nachhaltigkeit besteht das Risiko, in den Strudel der "Abmahnungswürdigen" zu fallen und das wird im Falle eine tatsächlichen Abmahnung (bspw. auf Grund eines Wettbewerbsverstosses) mit Sicherheit SEHR teuer!

Beispiel:
- versteigere ich GELEGENTLICH mal meine Klamotten, dann meinen Fernseher und danach meine Wohnzimmervitrine bin ich ziemlich auf der sicheren Seite und als Privatverkäufer zu erkennen.

- ist mein Hobby "Rollenspiel", dazu kaufe ich regelmässig Figuren aus dem Fantasieshop und biete die alten Figuren ebenso regelmässig über eine Online-Autkion an, dann kann ich rechtlich als Unternehmer gelten und damit abmahnwürdig sein, selbst wenn ich mit dem Weiterverkauf ohnehin nur meinen Verlust mindere, von Gewinn ganz zu schweigen.

Seht also einmal nüchtern über Eure Auktions-Aktivitäten und prüft insbesondere den Faktor "Regelmässigkeit/Nachhaltigkeit". Wenn Ihr häufig über Auktionen Produkte anbietet und das vielleicht auch noch mit einer einseitigen Produktkategorie, dann solltet Ihr ein professionelle Beratungsgespräch suchen. Anschliessend solltet Ihr erkennen können, ob Ihr abmahnfähig seid und wie Ihr Euch davor schützen könnt.

Ein solches Beratungsgespräch ist mit Sicherheit eine gute Investition, eine Abmahnung und deren Folgen kann dagegen so Manchen in den finanziellen Ruin stürzen.


Euer SWB Team
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